Norwegen

Im Sommer 1999 war ich mit Sven in Norwegen. In den 3 Wochen, die wir uns genommen haben, sind wir zwischen Bergisch Gladbach und Langenes (Vesterålen 69°N) 7850 km mit unserem Vito gefahren, der uns sowohl als Fortbewegunsmittel, als auch als Nachtunterkunft, Wohnzimmer und Vorratskammer diente. Abgesehen von Anfahrt und Abfahrt - Bergisch Gladbach - Hirtshals (DK), sind wir täglich ca. 400 km gefahren, was zwar so klingt, als würde man dies in 4 Stunden fahren, doch sind wir natürlich der Landschaft wegen eher kleine Straßen gefahren, obwohl auch die großen Nationalstraßen höchstens so groß sind wie bei uns normale Landstraßen, doch sehr oft ohne Mittelbgrenzung. Das macht natürlich erst recht Spaß, auch wenn man auf den kurvigen Strecken nur langsam weiter kommt.
Wir starteten also, nachdem wir uns an einem kleinen See übernachtet hatten, in Richtung Norden über klitzekleine Sträßchen, die wir im Nachhinein nicht mal mehr auf der Karte finden.
Schon an diesem 1. Tag waren wir total fasziniert von der überwältigenden Landschaft. Wälder, Fjorde, Fjorde, Fjorde, kleine und große Seen, Flüsse, die glasklar sind, und Straßen, die keiner befährt.
Wir fuhren nach Norden und auf der Höhe von Stavanger weiter nach Westen, um die Küste zu erreichen. Über den Lysefjord mit der Fähre ging es weiter zum Preikestolen, den man, wenn man einigermaßen sportlich ist, auf gar keinen Fall auslassen sollte. Denn nach einer 1 1/2 stündigen Wanderung über Steine, Geröll, steile Stellen, und glatte Felsen wird man von einer Aussicht belohnt, für die sich jede Anstrengung lohnt. Ich muss sagen, ich war froh, dass ich am Weganfang nicht wusste, was für ein Aufstieg mir bevorstand, denn dann hätte ich vielleicht aufgegeben. Aber die Aussicht von dem Felsen, der 600 m senkrecht in den Fjord geht, ist einfach gigantisch.
Wir fuhren weiter auf der 13 in Richtung Norden, fuhren dabei mit x Fähren, bei denen wir immer auf's neue von den Fjorden beeindruckt waren. Nach einem Tag in Bergen, was uns auch sehr gut gefallen hat, richteten wir uns weiterhin nach Norden, besuchten den Getscher Briksdålsbreen und fuhren die berühmten Trollstiege hinunter. Die Trollstiege nennt man die spektakulärste Passstraße in Norwegen, die sich in 11 Haarndelkurven um die 850 m hohe Steilwand am Ende des Isterdalen windet.
Wir näherten uns nun der Küste und fuhren über Kristiansund über kleine Küstenstraßen nach Trondheim.

Von dort aus bewegten wir uns recht schnell auf der E6 nach Norden, machten in Mosjøn zwei Tage Zwangspause, und fuhren dann über den nördlichen Polarkreis. Da es auch weiter im Süden nachts nicht mehr dunkel wurde, sondern höchstens eine Dämmerung vorhanden war, fing es schon an, uns etwas zu nerven, da wir auch unser Zeitgefühl verloren hatten. Wir frühstückten also gegen 12 Uhr, aßen um 5 zu mittag, was wir uns nach unserem Mosjøn-Besuch aus Zeitgründen jedoch schon fast abgewöhnt hatten, fuhren bis 9 oder 10 abends und legten uns gegen 2-3 Uhr in unser "Bett".
Wir fuhren nach Bodø und setzten in der taghellen Nacht mit der Fähre nach Stamsund (Lofoten) über. Die Fahrt war sehr stürmisch, sodass fast alle Leute um uns rum mit Tüten da saßen, und einige Angst hatten, dass das Schiff sinkt. Sven und ich machten uns einen Spaß daraus, den Winkel zwischen Fensterbank und Horizont zu messen und kamen oft auf 30°. Es war echt urig, zu sehen, wie die Wellen an die kleine Fähre klatschten, und die Sonne hinter den schwarzen Wolken zu scheinen versuchte und die Berge der Lofoten zu Sillhouetten machte.
Auf den Lofoten hatten wir leider großes Pech mit dem Wetter, sodass wir die wahre Schönheit dieser Inselgruppe nicht erfahren konnten. Nachdem wir also vom Süden bis zum Norden der Lofoten nur Nebel gesehen hatten, haben wir beschlossen, dem Wetter noch eine Chance zu geben und haben uns eine nette Hütte mit Heizung (!!!), Herd, Dusche und Bett gemietet, Dinge, die wir länger nicht gesehen hatten. Am nächsten Tag sind wir dann 2/3 wieder zurückgefahren, dann wieder hoch und rüber auf die Vesterålen, und wir sind so noch zu etwas, wenn auch leicht diesigem Lofotengenuss gekommen.
Dort war wie gesagt Langenes unser nördlichster Punkt. Von da haben wir dann im Eiltempo den schnellsten Weg nach Süden gesucht, haben uns noch einen Badetag an einem See gegönnt und sind dann mit frisch gewaschenen Haaren und leicht gebräunter Haut nach Oslo gefahren. Wir haben zwei wunderschöne Tage bei unserer Bekannten Bjørk verbracht und sind dann, wohl oder übel, über Kristiansand, mit der Fähre zurück nach Dänemark, und von dort nachhause gefahren.
 


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