He who loses his language loses his world
The Highlander who loses his language loses his world

Iain Crichton Smith "Shall Gaelic Die / Am Faigh a'Ghàidhlig Bàs"

Wenn ich an Schottland denke, gibt es nur eins - innige Liebe! Ich hab inzwischen schon vielseitige Erfahrungen in Schottland gemacht. Zunächst war ich drei Sommer hintereinander für Urlaube dort, und dann hab ich 10 Monate dort als Fremdsprachenassistentin in der Nähe von Edinburgh verbracht.

Mein erster Urlaub in Schottland war 1996 mit meinen Eltern, wir sind mit dem Auto durch das Land gefahren, und ich hab schon mal einen generellen Überblick bekommen, und mich auch sofort in das Land verliebt. Im folgenden Jahr kam dann die etwas intensivere Form des Urlaubs. Ich war mit Birgit 3 Wochen unterwegs, und wir haben uns durch Trampen und Zugfahren vorwärtsbewegt und haben in Jugendherbergen übernachtet. Wir haben viele nette Leute kennengelernt und nur gute Erfahrungen mit den Schotten gemacht, die uns im Auto mitgenommen haben. Außerdem sind wir so viel gelaufen wie alle anderen aus unserer Klasse zusammen.

Im Folgejahr habe ich mich entschlossen, einen Gälisch-Kurs auf der Isle of Skye zu machen. Das war ein Wahnsinns-Erlebnis. Ich hab erstmal viel Gälisch gelernt, nebenher natürlich Englisch und außerdem hab ich einen guten Einblick in die Kultur bekommen. Ich war richtig traurig, als ich die Insel nach zwei Wochen wieder verlassen musste, weil ich sie doch sehr liebgewonnen hatte. Danach hab ich Sven in Fort William getroffen und bin mit ihm den größten Teil des West Highland Ways gelaufen - meine erste Wandererfahrung.

Ende August 2001 hab ich dann meine Sachen gepackt, um endlich meinen Traum zu erfülllen - 10 Monate Schottland. Ich habe in Penicuik gewohnt und gearbeitet, das ist etwas südlich von Edinburgh und war mehr als glücklich. Ich habe recht schnell andere Deutsche kennengelernt, die den gleichen Job gemacht haben, und so hatte ich immer tolle Leute um mich herum. Wir waren oft zusammen aus, sind schnmal über's Wochenende irgendwo hin zum Wandern oder Stadt-Angucken gefahren. In den Herbstferien war ich mit Raphael, auch ein Deutscher Fremdsprachenassistent, auf den äußeren Hebriden, und die Osterferien habe ich mit Uli und Birgit verbracht. Die ersten 10 Tage bin ich mit Uli über Skye, Harris und Lewis gewandert, wo ich auch meine ersten bergwanderischen Erfahrungen gemacht und somit eine Sucht ausgelöst hab.

Sonnenuntergang in Lewis

Mit Birgit bin ich nach Torridon gefahren und dann langsam Richtung Süden gereist. Zwischen den beiden war ich noch ein paar Tage mit Markus, einem meiner besten Freunde in Schottland, und noch 9 anderen Leuten in einem Haus in Laide, wo wir auch zahlreiche Wanderausflüge und andere nette Dinge unternommen haben.

Ausflug zum Meall Ghiubhais

Sonst war ich auch öfters am Wochenende unterwegs, war mit Julia in Kingussie und Aviemore, auch mal in Rannoch im einsamen Loch Ossian Hostel, nach den Osterferien jedes Wochenende zum Munro-Bagging in den Arrochar Alps, westlich des Loch Lomond . Anfang Mai war ich in Glen Coe, wo ich meine ersten Munros alleine bestiegen hab, und das war ein wahnsinnies Erlebnis. Es war tolles Wetter, und auf den Bergen lag noch etwas Schnee. Ich habe Buachaille Etive Beag, mit seinen 2 Munros und Bidean nam Bian mit ebenfalls 2 Munros bestiegen und hatte danach Sonnenbrand, aber die Bilder waren einmalig!

Buachaille Etive Mor und Buachaille Etive Beag vom Gipfel des Bidean nam Bian

Die letzten Touren habe ich meistens mit Colin unternommen, das ist ein Engländer, den ich in den Osterferien kennengelernt hab. Mit ihm war ich auch Mitte Juni eine Woche im Nordwesten Schottlands, wo wir die vier dort vorhandenen Munros bestiegen haben und noch sämtliche andere tolle Touren gemacht haben. Auf dem Rückweg sind wir noch in Torridon vorbeigefahren und haben den Liathach bestiegen, auf dem übernachtet haben. Hier sind die tollsten Fotos entstanden, denn erstens waren wir mal wieder höher als die anderen Berge (wie das bei Munros nun mal so ist) und außerdem hatten wir einen Sonnenuntergang hinter Harris und Skye mit Rundumblick bis nach Sutherland und Ben Nevis.

Als wir Ende Mai mit der Schule fertig waren, sind Julia, Sonja und ich zu den Orkney-Inseln geflogen. Das Wetter war leider eher bescheiden, aber einen Tag war es auch mal schön, und dann sahen die Inseln auch wunderschön aus. Bei Nebel und Regen war es eher grau, und weil es dort so flach ist, empfand ich es als etwas öde. Trotzdem hatten wir irre Spaß und haben viel gesehen.

Scara Brae auf dem Mainland von Orkney

Wir haben Scara Brae und andere historisch wertvolle Sehenswürdigkeiten besichtigt, Puffins (Papageientaucher) und Robben gesehen und interessant geformte Felsen und Klippen bestaunt ... und den ganzen Tag gegessen ;-)

Klippen auf der Isel Westray

Hier geht's zu meinem Photoalbum. Mein Schottlandtagebuch, das ich in Schottland für meine Lieben zuhause geschrieben hab, hab ich inzwischen ausgebaut, ich schicke es aber auf Anfrage gerne per E-Mail zu.